Erst verstehen, dann handeln

Hinter herausforderndem Verhalten von Kindern und Jugendlichen steckt häufig ein Bedürfnis, eine Erfahrung oder ein Muster, das verstanden werden will. Warum mir dieses Verständnis heute so wichtig ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

Warum mir Verstehen wichtiger ist als Bewerten

Für mich ist Verhalten immer ein Hinweis. Wenn ich nicht zuerst nach dem „warum“ frage, behandle ich nur das Symptom. Ich will die Hintergründe entdecken: welche Bedürfnisse fehlen, welche Fähigkeiten noch nicht vorhanden sind, welche Erfahrungen geprägt haben. Aus dieser Haltung entstehen Maßnahmen, die wirklich passen und Menschen nicht entmutigen. Das ist nachhaltiger als Schuldzuweisungen oder schnelle Sanktionen.

Warum ich diese Arbeit mache

Ich habe früh gemerkt, dass Verhaltensauffälligkeiten selten bei den Kindern beginnen – sie sind oft die lauteste Sprache von Not, Angst oder fehlenden Fähigkeiten. Diese Einsicht hat mich nicht losgelassen. Heute arbeite ich, weil ich davon überzeugt bin, dass verlässliche Beziehungen und klare, fachliche Begleitung Leben verändern können.

Nichts motiviert mich mehr, als das Leuchten in den Augen eines Kindes, das merkt:

„Jemand sieht mich, versteht mich und hilft mir weiter.“

Woher ich komme

Mein Studium der Religionswissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Freien Universität Berlin (Abschluss: Magistra Artium, 2004) vermittelte mir nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch einen reflektierten Blick auf Werte, Sinnfragen und menschliches Verhalten. Diese intellektuelle Basis prägte und stützt meine Arbeit in Schule, Beratung und Fortbildung

Meine Praxis in Schulen

Im Rahmen meines Ergänzungsstudiums zur Humanistischen Lebenskundelehrerin unterrichtete ich mehrere Jahre an verschiedenen Grundschulen. Die Arbeit dort lehrte mich, wie viel Vertrauen durch Begegnungen auf Augenhöhe entsteht und wie wirksam kleine, regelmäßig wiederholte Angebote sein können. Aus dieser Erfahrung wuchs der Wunsch, eigene Fortbildungen zu entwickeln.

Meine Freude an Umgangsformen und Begegnung

Als Geschäftsführerin des Humanistischen Verbands Potsdam begleitete ich viele Jugendliche. Prägend waren die von mir geleiteten Knigge-Kurse: festliche Menüs, sorgfältig gedeckte Tafeln und vor allem die ehrliche Neugier der Teilnehmenden: Wie verhalte ich mich in formellen Situationen? Wie zeige ich Respekt, ohne mich zu verstellen?

Umgangsformen sind für mich keine starren Vorschriften,

sondern beziehungsfördernde Werkzeuge. 

Warum ich mit Schauspiel und Improvisation arbeite 

Ich nahm an unterschiedlichen theaterpädagogischen Weiterbildungen teil, darunter ein Schauspielworkshop von Juliane Niemann mit Schwerpunkt Improvisation. Dort begegnete ich dem Statusverhalten, das ich seither in meine Trainings integriere. Methoden aus Schauspiel und Improvisation helfen, Beziehungen und Gruppendynamiken sichtbar und erfahrbar zu machen; Statusarbeit eröffnet schnelle, spürbare Zugänge zu Verhalten und Veränderung.

Wie ich meine fachliche Basis erweitert habe

Zur Vertiefung erwarb ich das Zertifikat als Lehrtrainerin für Schemapädagogik®. Diese Weiterbildung gab mir zusätzliche Sicherheit im Umgang mit konkreten Fällen und in der Anwendung wirksamer Interventionstechniken. Ergänzend absolvierte ich Ausbildungen in Mediation und Konfliktmanagement, in denen ich lernte, Verhalten neutral zu beschreiben und Gespräche so zu moderieren, dass festgefahrene Muster lösbar werden.

Wie es zur Gründung von inter-action kam 

Inter‑action ist aus meinem Praxisalltag in Schulen, meiner Moderationserfahrung und der Arbeit mit szenischen Methoden gewachsen. Mir geht es darum, Weiterbildungen zu gestalten, die Verständnis und Beziehung in den Mittelpunkt stellen. Dafür habe ich über Jahre mit Schauspieler:innen zusammengearbeitet – unter anderem lange mit Josip Culjak und ein Jahr mit Martin Baden, um Trainings zu entwickeln, in denen Teilnehmende Lernmomente unmittelbar erleben, reflektieren und verändern können.

Mein Ansatz: kleine Schritte, große Wirkung

Ich arbeite aus Neugier und einer verstehenden, wertschätzenden Haltung: Gemeinsam mit Teilnehmenden entwickle ich kleine, klare und alltagstaugliche Schritte, die sich leicht einüben lassen. Durch praxisnahe Übungen, szenische Methoden und gezielte Reflexionen werden Unsicherheiten sichtbar, Beziehungen gestärkt und Verhaltensänderungen nachhaltig.

Mein Ziel ist,

dass schon einfache Interventionen im Alltag spürbare, positive Wirkung entfalten.

Für wen ist meine Arbeit besonders hilfreich?

Meine Arbeit richtet sich an Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schulleitungen und Einrichtungen, die bereit sind, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und Beziehungsarbeit als zentrale Grundlage von Lernen und Entwicklung zu sehen.

Geeignet ist mein Ansatz für Teams und Einzelpersonen, die nachhaltige Veränderung anstreben – also Maßnahmen, die über kurzfristige Beruhigung hinausgehen und auf Stabilisierung, Kompetenzaufbau und vorbeugende Strukturen zielen.

Er hilft besonders in Situationen mit wiederkehrenden Verhaltensauffälligkeiten, unklaren Funktionszusammenhängen und Belastungen, die biografische sowie systemische Aspekte haben.

Wann und für wen passt mein Ansatz nicht?

Mein Ansatz ist nicht geeignet, wenn schnelle „Patentrezepte“ oder allein auf Disziplin ausgerichtete Maßnahmen erwartet werden. Er ist ebenfalls ungeeignet, wenn Verantwortliche nicht bereit sind, eigene Routinen oder Haltungen zu hinterfragen, oder wenn keine Zeit und keine personellen Ressourcen für Umsetzung und Begleitung vorhanden sind.

In akuten rechtlichen oder medizinischen Notfällen (z. B. akute Fremd- oder Eigengefährdung, psychiatrische Krisen) ist fachärztliche bzw. sicherheitsrelevante Intervention vorrangig – mein Angebot ergänzt, ersetzt diese Notfallwege aber nicht.

Welche Art von Zusammenarbeit wünsche ich mir?

Ich arbeite am liebsten kooperativ, wertschätzend und praxisorientiert. Das heißt: gemeinsame Fallverstehung, konkrete, umsetzbare Strategien und klare Vereinbarungen zu Verantwortlichkeiten und Evaluation. Ich schätze Teams, die offen für Reflexion sind, bereit, kleine Veränderungen im Alltag auszuprobieren, und die zugleich Transparenz und Verlässlichkeit in der Umsetzung sicherstellen.

Meine Rolle kann von kurzer Beratung über moderierte Teamprozesse bis zu längerfristiger Begleitung und Fortbildung reichen – immer mit dem Ziel, dass Lösungen nachhaltig im Alltag verankert werden.

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