Schemapädagogik®

    • ist ein neuer Trend in Erziehungswissenschaft, Pädagogik und Sozialer Arbeit
    • basiert auf der Schematherapie, Klärungsorientierten Psychotherapie und Kognitiven Therapie
    • unterstützt Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen im Umgang mit „schwierigen“  Heranwachsenden
    • hilft bei der ‚Diagnose‘ von nachteiligen Erwartungsmustern (Schemata) und bei der Reduzierung von Wahrnehmungsverzerrungen und Manipulationen
    • fördert die Einsicht in problematisches Verhalten sowie die Selbstkontrolle aufseiten der  „schwierigen“  Heranwachsenden
    • ist sofort „einsetzbar“ 

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    Weiterbildung zum/zur Schemapädagogen/in
    Was ist Schemapädagogik?
    Schemapädagogik im Klassenzimmer
    Schemapädagogik in der stationären und offenen Jugendarbeit

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    Weiterbildung zum/zur Schemapädagogen/in
    Ablauf Weiterbildung zum/zur Schemapädagogen/in 

    Zertifizierter Abschluss

    Die Teilnehmer*innen erwerben methodische Schlüsselkompetenzen in Theorie und Praxis, die an der Schnittstelle zwischen Schematherapie, Klärungsorientierter Psychotherapie, Kognitiver Therapie und Pädagogik liegen. Am Ende der Weiterbildung wird der eigene pädagogische Handwerkskoffer um ein Vielfaches größer und reichhaltiger sein.

    Inhalte (u.a.):

    • Schematherapie, Schemapädagogik
    • Schemata und Ich-Anteile der pädagogischen Fachkraft und entsprechende Kollusionen mit herausfordernden Heranwachsenden
    • Das Konzept der 12 Persönlichkeitsstile (u.a. Narzissmus, Borderline, Soziopathie)
    • Umgang mit Manipulationstechniken (Tests, Psychospiele) + Gegenstrategien
    • Methoden des Konfliktmanagements (schemapädagogischer Methodenkoffer)
    • Stühlearbeit (einfache bis komplexe)
    • Komplementärer Beziehungsaufbau
    • Fallbesprechung und -analyse
    • Rollenspiele! – Selbstklärung
    • Konfrontative Schemapädagogik
    • Schemapädagogik mit Gruppen

    Die Weiterbildung besteht aus 6 Wochenend-Modulen:

    Modul 1: Schematherapie + -pädagogik , jeweils 9.30 – 16.30 Uhr
    Modul 2: Persönlichkeitsstile/-störungen I jeweils 9.00 – 15.30 Uhr
    Modul 3: Persönlichkeitsstile/-störungen II jeweils 9.00 – 15.30 Uhr
    Modul 4: Schemata im Praxisalltag jeweils 9.00 – 15.30 Uhr (ONLINE via ZOOM)
    Modul 5: Psychospiele, Team, Selbstklärung, jeweils 9.00 – 15.30 Uhr
    Modul 6: Kolloquien und Präsentationen, jeweils 9.00 – 15.30 Uhr + 1 praktischer „Rückschau-Tag“

    Was ist Schemapädagogik®?

    Schemapädagogik ist eine theoretische und praktische Weiterentwicklung der Schematherapie von J.E. Young. Sie kann als „neue“ Pädagogik bezeichnet werden, die insbesondere zur Professionalisierung in sozialpädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern beitragen will. Entwickelt wurde sie von dem Erziehungswissenschaftler Marcus Damm (Berufsbildende Schule Hauswirtschaft/Sozialpädagogik Ludwigshafen).

    Grundlagen

    Die Schemapädagogik® ist ein integratives Konzept, ein in sich stimmiger Ansatz, der sich zusammensetzt aus Erkenntnissen verschiedener Humanwissenschaften und Therapieverfahren, nämlich: Neurobiologie, Psychoanalyse, Bindungsforschung, Motivationspsychologie, Transaktionsanalyse und kognitiv-behaviorale Therapie.

    Hauptsächlich beruft sich die Schemapädagogik auf die Schematherapie, aber auch andere schemaorientierte Psychotherapiekonzepte werden miteinbezogen, vor allem die Klärungsorientierte Psychotherapie (Rainer Sachse) und die Kognitive Therapie (Aaron T. Beck und Albert Ellis).

    Schemapädagogen gehen davon aus, dass „schwierige“ Kinder und Jugendliche in verschiedenen Lebensphasen, in Wechselwirkung mit der sozialen Umwelt, spezielle hinderliche Wahrnehmungsmuster (Schemata) erworben haben, die sich schlussendlich zusammensetzen aus gedanklichen, körperlichen und emotionalen Inhalten. Meistens gehen nachteilige Schemata auf Frustrationen der existenziellen menschlichen Grundbedürfnisse zurück, sie können aber auch durch antrainierte Konditionierungen entstehen.

    Diese nachteiligen Erwartungs- beziehungsweise Zuschreibungsmuster beeinträchtigen meistens das ganze Leben lang das Selbstbild und können auch die Beziehungen zu anderen negativ beeinflussen, vor allem die Interaktion mit LehrerInnen/ Sozialpädagogen/Sozialarbeitern. Denn Schemata steuern Gedanken und Verhaltensweisen, sie sorgen für eine selektive Wahrnehmung.

    Das heißt, dass Lehrer/Erzieher/Sozialarbeiter vom Anderen nicht objektiv wahrgenommen werden, sondern verzerrt; dies führt gewöhnlich zu vielen Beziehungsstörungen, die durch die herkömmliche pädagogische Diagnostik nicht in ihrer Komplexität erfasst werden.

    Die Schemapädagogik® setzt daher nach der Diagnostikphase genau an dysfunktionalen Schemata an, und zwar mittels bestimmter Interventionen, die einerseits im größeren Umfang im ambulanten und stationären therapeutischen Setting zum Einsatz kommen, die andererseits aber auch speziell auf Lehrer/Erzieher/Sozialarbeiter zugeschnitten sind. Ein Ziel schemapädagogischen Wirkens ist die Herstellung einer tragfähigen Beziehung, damit Erziehung und Bildung effizient praktiziert werden können.

     

    Anwendungsbereiche

    Schemapädagogik kann in vielen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern praktiziert werden, etwa im Kindergarten, Schule, Hort, Heim. Aber auch psychosoziale Arbeitsfelder bieten sich an, zum Beispiel die Einzelfallhilfe, Paarberatung, Erziehungsberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, der Strafvollzug/Bewährungshilfe, die Suchtberatung, Straßensozialarbeit.

     

    Schemapädagogik in der Praxis

    Im Unterschied zu Klienten, die eine Psychotherapie in Anspruch nehmen, sind Zu-Erziehende/Klienten nicht unbedingt motiviert, an ihren nachteiligen Schemata zu arbeiten. Daher bietet sich für Schemapädagogen eine Mischung aus verdecktem und offenem Vorgehen an. Es liegt im Ermessen des Sozialpädagogen/Sozialarbeiters, wie er interveniert.

    Am Anfang geht es zunächst um den Beziehungsaufbau. Schemapädagogen achten in der Anfangsphase auf Auffälligkeiten in der Kommunikation und im Verhalten, die öfter auftreten. Hinweise auf dysfunktionale Schemata können sein: ständige Herabsetzung anderer, Einzelgängertum, extreme Schüchternheit. Um „Beziehungskredit“ (Sachse) herzustellen, bietet sich an, sich komplementär zur Motivebene zu verhalten. Nebenbei sind auch die Anregungen zur allgemeinen Beziehungsgestaltung der humanistischen Psychologie hilfreich: Akzeptanz, Empathie, Kongruenz.

    Darüber hinaus muss irgendwann erkannt werden, welches Bedürfnis hinter den auffälligen Verhaltensweisen des Zu-Erziehenden/Klienten steht. Der Schemapädagoge geht „stichprobenartig“ auf das Bedürfnis ein, was zum Aufbau der Beziehung beiträgt. Erst nach diesem Aufbau ist Konfrontation mit den Kosten des Verhaltens möglich. Dabei darf auch herausfordernd vorgegangen werden, indem (ab dem Jugendalter) gemeinsam die problematischen Bewältigungsversuche (vor allem: Kompensation) kritisch reflektiert werden. Hierdurch soll beim Zu-Erziehenden/Klienten ein Gespür für die innere Ambivalenz hergestellt werden; ebenfalls soll die Aufmerksamkeit für die unterschiedlichen Bewältigungsreaktionen geschärft werden. Letztlich müssen aber auch Ressourcen erschlossen werden, damit die Modifikation des Verhaltens auch einen „belohnenden Charakter“ hat.

    Literatur

    Marcus Damm: Zu-Erziehende ganzheitlich fördern. Von der Schematherapie zur Schemapädagogik. Wiesbaden: VS-Verlag. 2010. Marcus Damm: Schemaorientierte Psychotherapiekonzepte und ihre Potenziale für psychosoziale Berufe. Ein praxisorientiertes Handbuch. Hannover: Ibidem. 2010.

    Schemapädagogik im Klassenzimmer

    Die Schemapädagogik ist eine ganzheitliche Methode, die darauf abzielt, das Verhalten verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher zu verstehen und zu beeinflussen. Sie basiert auf dem Konzept der “Schemata” – tief verwurzelte Denkmuster und Glaubenssätze, die das Verhalten und die Reaktionen eines Kindes auf die Welt um es herum prägen. Diese Schemata können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Die Schemapädagogik setzt an diesem Punkt an und zielt darauf ab, die negativen Schemata zu erkennen, zu verstehen und umzustrukturieren, um eine positive Veränderung im Verhalten des Kindes zu bewirken.

    In unserer Weiterbildung zur Schemapädagogik für Pädagogen werden Sie lernen, wie Sie die Prinzipien dieser Methode in Ihrem Unterricht anwenden können. Sie werden entdecken, wie Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu verhaltensauffälligen Schülern aufbauen können, um ihre individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen.

    Darüber hinaus werden Sie Techniken erlernen, um die negativen Schemata zu erkennen und durch positive Alternativen zu ersetzen, was dazu beiträgt, Konflikte zu reduzieren und ein besseres schulisches Umfeld zu schaffen.

    Die Weiterbildung zur Schemapädagogik bietet Ihnen nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Werkzeuge und Strategien, die Sie sofort in Ihrer Arbeit anwenden können. Ich bin überzeugt, dass die Schemapädagogik nicht nur das Verhalten verhaltensauffälliger Schüler positiv beeinflussen kann, sondern auch dazu beiträgt, das Selbstwertgefühl und das soziale Wohlbefinden dieser Kinder zu stärken.

    Die Fähigkeit, verhaltensauffällige Schüler zu verstehen und zu unterstützen, ist von entscheidender Bedeutung, um eine inklusive und förderliche Lernumgebung zu schaffen. Verständnis für das Verhalten der SuS (nicht gutheißen) bewirkt, dass Sie in schwierigen Situationen souverän bleiben und auf alle Ihre vorhanden Kompetenzen zugreifen können.

    Beispielvideos

    Schemapädagogik in der stationären und offenen Jugendarbeit

    Die Schemapädagogik ist ein innovativer Ansatz, der darauf abzielt, das Verhalten von verhaltensauffälligen Jugendlichen zu verstehen und zu beeinflussen. Dieser Ansatz basiert auf dem Konzept der “Schemata” – tief verankerte Denkmuster und Überzeugungen, die das Verhalten und die Interaktionen eines Jugendlichen prägen. Diese Schemata können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Die Schemapädagogik hat zum Ziel, diese negativen Schemata zu erkennen, zu verstehen und durch positive Alternativen zu ersetzen, um das Verhalten der Jugendlichen positiv zu beeinflussen.

    Die Weiterbildung zur Schemapädagogik für Pädagogen in der stationären und offenen Jugendarbeit bietet Ihnen die Möglichkeit, die Prinzipien dieser Methode zu erlernen und in Ihrer täglichen Arbeit anzuwenden. Sie werden lernen, wie Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen können, um ihre individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen. Darüber hinaus werden Sie Techniken erlernen, um die negativen Schemata zu identifizieren und durch positive Alternativen zu ersetzen. Dies wird nicht nur dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren, sondern auch die Jugendlichen auf ihrem Weg zur positiven Veränderung unterstützen.

    Die Weiterbildung bietet Ihnen nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Werkzeuge und Strategien, die Sie unmittelbar in Ihrer Arbeit anwenden können. Ich bin überzeugt, dass die Schemapädagogik nicht nur das Verhalten der Jugendlichen positiv beeinflussen kann, sondern auch dazu beitragen wird, ihr Selbstwertgefühl und ihre soziale Integration zu stärken.

    Die Fähigkeit, verhaltensauffällige Jugendliche zu verstehen und zu unterstützen, ist von entscheidender Bedeutung, um ihnen auf ihrem Weg zur Reintegration und persönlichen Entwicklung zu helfen.

    Dazu erhalten Sie die entsprechenden Werkzeuge und das Wissen, um dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden und die Lebenswege dieser Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.

    Gemeinsam können wir dazu beitragen, verhaltensauffälligen Jugendlichen eine bessere Zukunft zu ermöglichen und ihre Chancen auf ein erfolgreiches Leben zu erhöhen.